Pressemitteilung

„Und täglich grüßt das Murmeltier“

„Und täglich grüßt das Murmeltier“

PM#061.20 · Es gilt das gesprochene Wort! TOP 24 – Für effektiven Brandschutz in Garagen und Parkhäusern. Dazu sagt der verkehrspolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Andreas Tietze:

Liebe Kolleg*innen, welche Antriebe von Autos dürfen in eine Garage? Dieselbe Diskussion gab es schon in den Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts bezüglich der Autos mit Gasantrieb. Schon damals stellte sich in zahlreichen Tests heraus, dass sie in einigen Aspekten sogar sicherer sind als Benzintanks. Denn erstens, Benzintank sind ja recht offen und lassen ständig Benzindämpfe ab. Zweitens, Benzintanks sind nie ganz voll und enthalten immer Sauerstoff, im Gegensatz zu Gastanks, die nur das jeweilige Gas enthalten und somit keinen Sauerstoff. Und drittens, CNG, also Erdgas, ist leichter als Luft ist und verflüchtigt sich. Wasserstoff verflüchtigt sich noch schneller, weil er nur ein Siebtel der Dichte hat.

Unabhängig davon geht inzwischen die größere Wärme- und Rauchlast von den im Fahrzeug verbauten Kunststoffen und anderen Komponenten als dem Tank und dessen Inhalt aus. Dieses stellte der „Fachausschuss Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz der deutschen Feuerwehren“ fest. Zudem stellte er fest: „Zertifizierte Ladeeinrichtungen auf Einstellplätzen in Garagen können aus heutiger Sicht auch in Tiefgaragen als notwendige Bestandteile des Betriebs und Abstellen von Fahrzeugen akzeptiert werden.“

Alle KFZ, unabhängig von der Antriebsart, erfüllen für ihre Zulassung im Verkehr – und das schließt den ruhenden Verkehr, sprich das Parken, mit ein – die europäischen beziehungsweise nationalen Sicherheitsregularien auf hohem Niveau. Besondere Anforderungen im Baurecht bedarf es darüber hinaus nicht. Darin sind sich die Feuerwehren, das Ministerium, das Gremium der Bauministerkonferenz, die Literatur und die Forschung einig.

Natürlich entwickelt sich der Stand von Wissenschaft und Forschung weiter. Daher haben unsere dafür verantwortlichen Stellen auch ein wachsames Auge darauf. Sie werden sich dann zusammen mit den Ländern für eine Weiterentwicklung sorgen, wenn sich dieser Bedarf überhaupt ergeben sollte. Wie gesagt: Wenn.

Mein Fazit: Fachlich zielt der Ansatz der AfD, wie nicht zum ersten Mal, völlig daneben und hilft praktisch weder den Feuerwehren, noch den Garagenbesitzer*innen und erst recht nicht den Autofahrer*innen. Politisch geht es Ihnen auch nicht um die Unterstützung der Feuerwehren sondern ausschließlich um eine Stigmatisierung, quasi eine Brandmarkung, der von Ihnen abgelehnten Elektromobilität. Egal ob mit Akku oder Wasserstoff.

Meine Damen und Herren, und täglich grüßt das Murmeltier. Wieder einmal wird versucht, Elektromobilität zu diskreditieren. Was denen schon im Juni letzten Jahres hier im Hause nicht gelang, wird Ihnen auch dieses Mal nicht gelingen. Wir lehnen Ihren Antrag daher ab.

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