Schienengutachten zur Optimierung des Schienenverkehrs in Schleswig-Holstein

Schienengutachten zur Optimierung des Schienenverkehrs in Schleswig-Holstein

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Aufgeschlagenes Schienengutachten

Das neue Schienengutachten „OdeS – Optimierung des Schienenverkehrs in Schleswig-Holstein“, erstellt von der IVE mbH, der PTV Group und dem Institut für Bahntechnik GmbH für das MWVATT, legt die Grundlagen zur nachhaltigen Verbesserung des Schienenverkehrs bei uns im Echten Norden. Erstmals liegt damit eine ganzheitliche landesweite Betrachtung des Landesnetzes, der Verkehrsnachfrage und der möglichen Verbesserungsmaßnahmen vor. Darauf kann der ausstehende Landesweite Nahverkehrsplan (LNVP) aufgebaut werden.

Die mittlerweile eineinhalb Jahre Arbeit haben sich gelohnt. Die netzweite Analyse zeigt erstmals die Mängel der Infrastruktur als zentrale Ursache der Verspätungen auf. Durch gezielte Maßnahmen wie den Wiederaufbau eines zweiten Gleises und der Elektrifizierung zwischen Neumünster und Bad Oldesloe wird dem Netz deutlich mehr Stabilität gebracht.

Das Gutachten schlägt eine Vielzahl verschiedener Maßnahmen vor, durch die sich die Situation auf der Schiene in Schleswig-Holstein deutlich verbessern ließe. Neben dem Ausbau bestehender Strecken, der Verbesserung von Stadt-Umland-Verkehren und der Verdichtung von Takten auf bestehenden Strecken können demnach auch Reaktivierungen neue Fahrgastpotenziale ausschöpfen. Einen besonderen Fokus legt das Gutachten zudem auf den großen Nutzen der Elektrifizierung von Strecken, da Schleswig-Holstein hier bekanntermaßen großen Nachholbedarf hat. Ambitionierte Elektrifizierungen und der Einsatz neuer elektrischer Triebwagen können zu einer beachtlichen Emissionsreduzierung im Schienenverkehr beitragen. Alles in allem gelingt mit dem Maßnahmenpaket die Steigerung der Schienennutzung um ein Drittel, was rund 83.000 t/a an Kohlendioxid aus Pkw ersparen würde. Weiteren Klimaschutz bringt die vollständige Elektrifizierung des gesamten Schienenverkehrs durch Oberleitungen oder neue elektrische Triebwagen.

Dass in weniger als 15 Jahren kein einziger Dieselzug mehr fahren wird, ist für uns Grüne eine besonders begrüßenswerte Perspektive. Diese Entlastung für die Menschen an der Strecke und für das Klima spart auch viel Geld. Zudem sind elektrische Züge schneller und leistungsfähiger. Mehr Platz im Zug und mehr Tempo auf der Strecke sind nötig, um die Menschen nicht nur nach der Corona-Pandemie wieder zurückzugewinnen, sondern auch die Bahn als Rückgrat der Mobilitätswende zu etablieren. Es freut mich besonders, dass auch im nördlichen Landesteil Projekte genannt sind. Die öffentliche Verkehrsanbindung ist im gesamten Land von hoher Bedeutung für die Menschen und die Wirtschaft.